In einer klaren Vollmondnacht

In einer klaren Vollmondnacht
hat es ihn dahingerafft.
Hatte man ihn umgebracht?

Da lag er nun, am Straßenrand.
Der Wind pfiff kalt an ihm entlang.
Der Mond schien hell auf ihn herab.

Ein Auto fuhr an ihm vorbei.
Ein Hund schnüffelte an seinen Gliedern.
Doch ausgeklungen waren alle Lieder.

Einst schmückte man ihn mit goldenen Kugeln.
Ein Lichtgewand umhüllte ihn.
Sang ihm zu Ehren schöne Lieder.

Das tut man nun nie wieder!

Oh weh.

Da liegt er nun.
Ganz verlassen und vergessen.
Von all`dem Glanz nichts mehr zu sehen.

Die dunkle Nacht umhüllt ihn sanft.
Ein letzter Trost ist die Erinnerung
an einem warmen Raum im Kerzenschein.

Doch er ist nicht allein!

Es scheint, als längen dort an jeder Ecke
Seinesgleichen dicht an dicht.
Verlassen.
Am Straßenrand.

Der Morgen graut.
Man reißt ihn weg.
Karrt ihn hinfort.

Alle Jahre wieder.

.

.

.

.

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.

Ich habe, wie viele andere auch, heute meinen Tannenbaum an die Straße gelegt.
ist ja schon gut …

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