ATC September 2022

Auch im September bin ich natürlich wieder dabei. Das Thema heißt „Im Wald“ und ich habe erst ein paar Tage gegrübelt, wie ich das umsetzen werde. Dann kam mir aber doch recht schnell eine Idee und schon machte ich mich ans Werk.

Meine 4 ATC sollen aus einem Motiv entstehen. In der Mitte bildet ein großer Fliegenpilz die Verbindung zwischen den vier Teilen. Im letzen Jahr habe am Wegesrand eine Fliegenfilz fotografieren könne, dieser dient mir als Vorlage.

Rundherum habe ich auf jedes der vier Teilstücke eine Kleien Szene mit Walsdhintergund, Blättern und anderen Pflanzenteilen aufgebaut. In jedes der vier ATC ist außerdem ein Tier, das im Wald lebt, abgebildet: Oben links sitzt ein Eichelhäher auf dem Fliegenpilz, rechts daneben ruht eine Eule oder ein Uhu auf einem Ast. Unter ihr sitze eine kleine Maus neben Pilzen im Waldboden. Links von ihr hat ein Eichhörnchen eine riesige Eichel gefunden.
Ich mag den Herbst sehr mit seinem Wind, den bunten Blättern und den Früchten, die er hervorbringt.


Leider hält er wegen des viel zu trockenen Sommers in diesem Jahr viel zu früh Einzug, ich habe das Gefühl, es ist in diesem Jahr früher kühler als im letzen Jahr. Leider, bedingt durch die Dürre im Sommer, sind viele Herbstfrüchte, wie Eicheln, Kastanien, Nüsse etc. entweder noch viel zu klein oder einfach noch unreif, so dass es für die Tiere, die sich nun Nahrung suchen müssen, schwieriger wird. Beifüttern ist also in diesem Herbst sehr wichtig, das unsere kleinen Mitbewohner den Winter gut überstehen. Für Vögel eiweißreiche Nahrung aufstellen, die ist in Sonnenblumenkernen, Nüssen und auch Larven oder Maden enthalten.

Für Igel bitte vorsichtig Laub fegen, am besten auf Laubbläser verzichten und statt denen vorsichtig harken. Bitte lasst, wenn möglich, einen Platz im Garten mit mit einem Laubhaufen für die Igel liegen. Ich habe schon im letzten Jahr ein Igelhaut aufgestellt, das befindet sich nun geschützt unter einem Hochbeet, so dass man ein wenig Laub drumherum drapieren kann.

Ich bin sehr gespannt, welche drei ATC mich erreichen werden. der Versand erfolgt ab Ende September. Ich habe schon sehr viele sehr, sehr schöne Exemplare, kleine Kunstwerke, via Twitter gesehen …

Was das nächste Thema sein wird, werden wir im Oktober erfahren. Da ist allerdings die Initiatorin abwesend, so dass ein Tausch wahrscheinlich ausschließlich über die Teilnehmenden ausgehen wird.

ATC August

Freudig erwartet wurde das Thema für August. Es wurde „etwas aus Müll“ und ich habe lange gesucht …

Nun endlich hatte ich gestern nach ein paar Untergrundversuchen doch eine Idee, die sich schnell umsetzen ließ und herausgekommen ist eine kunterbunte Urwaldszene, die sich in den vier ATC fortsetzt.

Aus der Palsstikverpackung von Taschentüchern – die sind oft so schon detailliert illustriert – habe ich je zwei Faultiere und zwei Tulane ausschneiden können. Ein paar Schmetterlinge fanden sich hinzu. Außerdem kamen Blüten, die ich vorab mal mit Aquarell gemalt und ausgeschnitten hatte, zum Einsatz.

Ein Monsterablatt wurde auf jedes ATC gestempelt, was kaum sichtbar ist …
Mit Acrylstiften habe ich hier und da noch ein paar Blüten und Ranken aufgemalt und das Ganze dann mit Sprühkleber haltbar machen wollen. Da der Sprühkleber auch eher Müll ist, weil wohl schon zu alt und außerdem die aktuellen Temperaturen zu heiß, haben sich kleine Bläschen gebildet. So sehen die ATC nun aus, als wären sie zusätzlich mit Glitzer verziert …

Nunja, ich hoffe, sie überleben unbeschadet den Versand hin und her und der Kleber ist vollständig durchgetrocknet …

Da beim Juli-Austausch mein handschriftlicher tag nicht so gut lesbar war, habe ich nun diesen auf kleine Aufkleber gedruckt. Noch einen Tag trocknen lassen und tüte ich sie ein und versende sie.

Und bin sehr gespannt, wer meine ATC bekommt und welche ich erhalte 🙂

Und nun schaue ich mal nach einem ATC Sammelordner …

ATC Artist Trading Cards Juli 2022

Durch Zufall bin ich darauf gestossen und habe angefragt, ob ich noch teilnehmen darf. ja, wurde mir bestätigt. Und so sind 4 kleine Kunstwerke entstanden.

Diese werden unter den #KleinerKunstTausch #ATC auf Twitter geteilt, sobald sie fertig gestellt sind, und man bekommt per DM (beim ersten Mal) eine Adresse, wohin man sie physisch senden soll. Ein adressierter, frankierter Rücksendeumschlag sollte beiliegen, damit die 3 ATC, die man im Tausch erhält, auch zurückkommen können.

Meine ersten ATC waren zu groß, da ich statt zu messen einfach Postkartenformat genommen habe …
Tja, da „durfte“ ich nochmal malen 🙂

Das Motto für den Juli war „Urlaub“ und ich hatte mich für das Meer und die Toskana entschieden. So ist das erste Bild ein Blick auf das Meer mit einem Segelboot und wechselnd stürmischem und sonnigem Wetter in einem. Das Meer vom Strand aus getrachtet ist das Motiv für das 2. Bild geworden.
Auf dem 3. ATC ist die toskanische Landschaft mit ihren Hügeln und kräftigen Farben abgebildet. Im Grunde eine Kopie eines meiner Acrylbilder.
Auf ATC Nr. 4 findet sich eine Häuserwand mit starkem Bewuchs, eine Tür und ein Fahrrad mit Pflanzen auf Gepäckträger vorne und hinten. Im Vordergrund angedeutet ein Glas San Marco, das wir im Freundeskreis sehr gerne bei unser liebsten italienischen Familie Calamini verköstigen. Eine Hommage sozusagen …

Fristgerecht eingesendet wartete ich nun auf meine Rücksendungen sowie auf die Veröffentlichung derjenigen, die eines meiner drei eingesendeten ATC erhalten hat. Bisher sind 2 aufgetaucht …

Warten und Geduld

Ich erhielt drei wunderschöne Urlaubsbilder zurück: einmal ein Leuchtturm am Strand, im Hintergrund das Meer, auch ein Aquarell wie meine.
das nächste bildete die Meeresenge bei Travemünde ab. Ein Faltflieger ist aufgestempelt worden. Wahrscheinlich mit Buntstiften gemalt.
Das Dritte is auch sehr zauberhaft: ebenfalls Strand mit Kindern, die eine Sandburg bauen, Liegestühlen und Sonnenschirm und lächelnden Gesichtern. Das Meer zeigt eine Auswahl von Meeresbewohnern, wie ein Qualle, ein Tintenfisch, Korallen, Seegras, Fischen und einem Axolotl. Sehr süß!

ATC

Im August geht es weiter …

Ikonenmuseum Recklinghausen

Urlaubszeit – Museumszeit.

Mit Töchterchen im Ikonenmuseum Recklinghausen. Heute – 21.Juli 2022 – feiert das Ikonenmuseum 66-jähriges Jubiläum! Durch Zufall habe ich das gestern in den Sozialen Medien gelesen und einen Kurzausflug geplant.

Das Museum erstickt sich über drei Etagen. Es ist barrierefrei und hat Zugang zu einem Aufzug.
Zum Jubiläum war der Eintritt frei. Und es gab noch eine Überraschung zum Schluß …

Glaubt nicht, dass ihr hier nur Heiligenbilder mit goldenem Hintergrund findet!

Große Kunst

Wir betrachten die Ikonen mal nicht von der religiösen Seite, sondern schauen auf die Kunstwerke, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Angefangen bei den Byzantinern, Ikonen aus dem ersten Drittel des 3. Jahrhunderts nach Christi. Kunstwerke aus Äthiopien Ägypten, Griechenland und Russland. Handwerkliche Feinheiten wie Münzen oder Schmuck für festliche Gewänder. Heiligenbilder in unterschiedlichsten Variationen. Getöpferte Merchandisingartikel aus fernen Zeiten …

Panagia / Medaillon silber vergoldet, evtl. Rubine

Amphoren mit Öl oder Destillat als Souvenir



Wir waren sehr erstaunt über die sehr große Detailgenauigkeit der einzelnen Werke. Bei manchen stechen Farben besonders hervor. Oft haben wir die Kunstwerke lange beäugt, immer wieder weitere Details entdeckt.

Der Ikonenmaler beim Malen einer Ikone

Friedensbringer

Tauben spielen in der Darstellung Heiliger Bilder ein große Rolle. Sie sind zum einen auf Grabsteinen von Kindern zu finden. Zum anderen auch symbolisch in die Ikone eingearbeitet.

Taube Skulptur
Nischenfigur eines hockenden Knaben, die Taube und die Trauben sind häufig auf Grabsteinen des Römischen Reiches zu finden. Oxyrhynchos, Ende 3. Anfang 4. Jahrhundert

Mutter Gottes

Absolut faszinierend fand ich die häufige Darstellung der Mutter Gottes – Maria. Hierzulande schon fast nebensächlich behandelt, wurden ihr und ihrem Leben eine Vielzahl an Ikonen gewidmet. Teilweise ganze Bildergeschichten abgebildet.

Die Mutter Gottes

Der historische oder auch religiöse Part kam natürlich nicht zu kurz. Dank der ausführlichen Bildbeschreibungen hat man vieles über die Darstellung erfahren. So z.B. dass Jesus nach seinem Tod in die Hölle fuhr um von dort aus aufzuerstehen.

Sagen und Glaube


Der Paradisvogel Alkonos aus der russischen Sagenwelt stammend. Lebt der Legende nach in der Nähe des Gartens Eden und sang für die Heiligen im Paradies.

Paradiesvogel Alkonos
Das rote Rechteck um das Oval soll die 4 Seiten der Erde darstellen
…und wieder der Vogel

Paralellen

Eine Inschrift hat mir besonders gefallen, so aktuell wie sie ist …

Verdorrte Bäume
Inschrift Verdorrte Bäume / Beschriftungstafel Urheber Ikonenmuseum Recklinghausen / Übersetzung Dr. Jean-Paul Deschler

Ich habe viele, viele Bilder gemacht. Zeige hier aber nur eine kleine Auswahl. Denn ihr sollt das Ikonenmuseum selbst besuchen. Es ist eine tolle Ausstellung, wir fanden sie nicht nur künstlerisch wunderbar, sondern auch lehrreich. Oft gab es ein Oh! oder Aha!

Relief


Du musst nicht religiös sein, um dir diese Kunstwerke anzusehen. Sie haben einen unheimlichen historischen und künstlerischen Wert.

Ein freundliches Dankeschön!

Beim Rausgehen haben wir jede eine Tüte mit Geschenken erhalten. Danke sehr dafür! Wir haben uns sehr gefreut!

Ikonenmuseum Recklinghausen
Kirchplatz 24
45657 Recklinghausen

Öffnungszeiten:
Dienstags bis sonnstags 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Es lohnt sich!

Übrigens: Ein Teil der Ausstellung ist digital zu sehen.

Frauenbilder – Ausstellung

Wir freuen uns euch mitteilen zu dürfen, dass wir unsere Werke zu den Frauenkulturtagen ausstellen dürfen.

Am 19.03.2022 findet das jährliche Frauenfest statt. Die gemalten Bilder von Ikonen, Vorbildern und Heldinnen dürfen im Eingangsbereich ausgestellt werden.
Insgesamt 9 Werke sind entstanden. Jedes auf eine andere kreative Art. Auch die Hintergründe der teilnehmenden Künstlerinnen sind divers.
Rita Nowak, seit langen Jahren aktiv in der Queerenszene hat ein Selbstportrait gemalt. Sie geht unter anderem in Schulen, um Schüler*innen Unterstützung zu geben und z.B. für Transgender zu sensibilisieren. Für sie ist es wichtig, dass Transgender Menschen gesehen und akzeptiert werden. Danke für deinen engagierten Einsatz!

Neben den Bildern sind kurze Texte zu den Werken und den Hintergrundgeschichten. Spannend ist es zu vergleichen, wie das Bild auf die_den Betrachter*in wirkt und was die Künstlerin damit zum Ausdruck bringen möchte.

Das Frauenfest startet um 19 Uhr. Der Einlass ist nur mit gültigem (negativem) Corona-Test vom selben Tag möglich.

Unsere Ausstellung wird dort für eine Woche zu sehen sein.

Amanda

Frauenbilder – Vorbilder und Ikonen auf Leinwand

Kommt mit uns in die Welt der Farben. Entdeckt, was möglich ist.

Egal, ob die eigene Mutter, Mutter Theresa, Maire Curie oder ein anderes weibliches Vorbild – wir wollen Frauenbilder erschaffen. Es entstehen Kunstwerke verschiedenster Stile und Techniken. Wir malen u.a. mit Softpastellkreiden, Acryl- und Aquarellfarben.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

Zum Frauenfest am 19.03.2022 ist eine Ausstellung der Werke im Glashaus geplant.

Ort
Jugendtreff der Waldritter
Ewaldstr. 16
45699 Herten

03.03.2022 17:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Kosten 12,00€

Anmeldung über
0157 55 82 03 27 oder

manuelapotthast@kulturcontainer.de

Veranstalterinnen: Claudia Heinrichs/Kreativ.QuartierHerten und Manuela Potthast/Kulturcontainer

1001 Feministische Märchen – jetzt übernehmen wir!

DIESE VERANSTALTUNG WIRD VERLEGT. INFOS FOLGEN.

Ob Grimms Märchen oder Märchen aus 1001 Nacht – Märchen und Erzählungen sind oft auf alt hergebrachte Rollenbilder ausgerichtet. Die junge Frau, die von einem Prinzen träumt …


Dabei haben wir Frauen es echt drauf. Lasst uns Geschichte(n) umschrieben und so zurechtbiegen, dass Aladin sich wünscht, für immer in seiner Lampe zu bleiben …

Wir geben Tipps zum Schreiben, ermutigen dich, eine Geschichte anders zu erzählen und wollen mehr weibliche relevante Präsenz in Märchen und Erzählungen erreichen.

Warum ist die Hexe immer eine alte, böse Frau? Warum muss die Prinzessin einen Frosch küssen, um ihren Traumprinzen kennenzulernen? Zeigt uns nicht das wahre Leben, dass schon immer Frauen wichtige Rollen spielten in der Geschichte der Menschheit?

Lasst uns Sagen und Erzählungen weben, lasst uns die Literatur ein wenig weiblicher machen. Ich glaube ja ganz fest, dass die gestiefelte Katze richtig pfiffig war und nicht nur einen König ins hinters Licht führte, sondern auch für Emanzipation im Land sorgte!

Meine Geschichte ist übrigens die der Froschkönigin …

Egal, ob du eine altbekanntes Märchen umschreiben möchtest oder ein neues erfinden willst. E wird auf jeden Fall kreativ und sehr spannend!

Die literarischen Werke werden an einem geselligen Abend zum Klang von Klaviermusik vorgetragen. Vielleicht gibt es zu den (Ge)Hör-Schmankerln auch einen kulinarischen Genuss.

11.03.2022 | 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr

Ludothek der Waldritter

Ewaldstr. 20

45699 Herten

entgeltfrei

Anmeldung über

0157 55 82 03 27 oder

manuelapotthast@kulturcontainer.de

Veranstalterinnen: Claudia Heinrichs/Kreativ.QuartierHerten & Manuela Potthast/Kulturcontainer

FAT BOTTOM GIRLS – Prima Ballerinas

DIESE VERANSTALTUNG WIRD VERLEGT. INFOS FOLGEN.

Wir wollen zeigen, dass Frauen jeden Alters und jeder Form tanzen können. Zu dem Song „Fat Bottom Girls“ von Queen wollen wir eine Choreografie einüben und am Frauensporttag vorführen.

Das Angebot richtet sich an alle Mädchen und Frauen, die der Welt gern zeigen möchten, dass Vorurteile keine Wirkung auf Entschlossen haben,

Menschen mit Behinderung, insbesondere Mädchen und Frauen, die mit dem Rollstuhl mobil sind, sind selbstverständlich willkommen.


Der Raum für 3 Probentermine und die Uhrzeiten dazu, werden bei der Anmeldung bekannt gegeben.

Aufführung am Fraunsportfest 26.03.2022 FBW

Kuhstr. 49

45699 Herten

Anmeldung über

0157 55 82 03 27 oder

manuelapotthast@kulturcontainer.de

Veranstalterin: Manuela Potthast

Angebote Frauenkulturtage 2022

Jetzt wird geplant. Natürlich werde ich, werden Frauen aus dem KreativQuartier Herten bei den Frauenkulturtagen 2022 kreativ mitwirken.

Mit gleich drei Ideen sind wir am Start:

  • Feministische Märchen
  • Frauenvorbilder
  • Fat Bottom Girls

Feministische Märchen

Als ich vor Jahren für die Sparkasse Vest Recklinghausen arbeiten durfte, wurde unter anderem die Gestaltung des Plakats, Eintrittskarten und des Programms von mir übernommen. Hintergrund war ein Event, den die Sparkasse sponserte. In ein schickes Hotel in Recklinghausen lud man ein, um einen Kulinarisch-Künstlerischen Abend zu verbringen. Thema war Scheherazade mit den Märchen aus 1001 Nacht. Es gab ein mehrgängiges orientalische Menü, währenddessen ein Pianist zauberhafte Töne spielt. In den Essens freien Zeiten wurde aus Scheherazade vorgelesen. Es hat mich sehr beeindruckt, ich habe viel Gefallen an dieser Art der Kultur gefunden. Auch das Thema gefiel mir, ich denke oft daran zurück.

Nun sind die allermeisten Märchen, egal ob aus dem arabischen Raum mit 1001 Nacht oder die gesammelte Werke der Brüder Grimm sehr Männer lastig. Frauen müssen ihren Traumprinzen finden, werden wachgeküsst, müssen hart arbeiten und nur durch einen Trick treffen sie auf Glück, ihre Befreiung. Ich kenne kein Märchen, in dem ein Mädchen oder eine Frau die Heldin ist, eher ist es die böse Stiefmutter oder die Hexe. Die kleine Meerjungfrau von Hanns Christian Andersen? Ich liebe es, aber nope – sie muss sich verbiegen für ihren Traummann, der dann aber doch eine andere nimmt. Shit happens. Viel zu oft.

Lesung und kulinarisches Erlebnis

Das wollen wir ändern! Hierzu lade ich interessiere Frauen und Mädchen ein, Märchen umzuschreiben. Feministische Heldinnen zu schaffen, sie aus der Rolle der wartenden Jungfrau herauszuholen, sie Abenteuer erlebt zu lassen, eine Botschaft vermittelnd. Diese umgeschriebenen Märchen werden dann zu einem Termin im März während der Frauenkulturtage 2022 vorgetragen.

Wie z.B. meine Froschkönigin, die hier zu neuem Leben erwachen wird …

Frauenvorbilder

Mit Frauen aus dem Frauenhaus sollten diese Bilder schon entstehen, Corona kam dazwischen, das Projekt konnte leider nicht stattfinden. Nun möchte ich es jedoch aufgreifen und lade Frauen und Mädchen ein, mit Hilfe der Bildenen Kunst ihre weiblichen Heldinnen auf die Leinwand zu bringen. Es können reine Malereien, Zeichnungen oder Collagen, MixedMedia-Werke entstehen – ganz nach Vorliebe der Teilnehmer:innen.

Heldinnen und Vorbilder, das sind nicht immer nur bekannte Persönlichkeiten, die uns imponieren. Die Oma, Mutter, die Nachbarin, der Frau vom Kiosk, die Kindheitsfreundin oder auch eine ausgedachte Persönlichkeit darf die Rolle des weiblichen Vorbilds übernehmen.

Ausstellung


Die Werke sollen dann entweder zur Lesung der feministischen Märchen oder vielleicht auch dem Höhepunkt der Frauenkulturtage, dem Frauenfest, ausgestellt werden. Danach ist geplant, dass sie wahrscheinlich im Demokratiefenster der Allgemeinheit zur Schau stehen.

Fat Bottom Girls

Ich liebe Queen. Ich mag den Song Fat Bottom Girls, den Queen u.a. auf ihrer Greatest Hits veröffentlich habe. Ich bin ein Fat Bottom Girl (women passt vom Alter eher) und ich liebe es zu tanzen! Was also liegt näher, als den Wunsch zu hegen, daraus einen schöne Choreografie entstehen zu lassen?

Dieses Angebot zieht vor allem auf Mädchen und Frauen aus, die mitunter mit Vorurteilen bezüglich ihres Gewichtes zu kämpfen haben. Mit dieser Tanzvorstellung möchte ich zeigen, dass auch in Fat Bottom Girls ganz viel Power und Sportlichkeit liegen. Und damit Vorurteile abbauen. Es wird wunderbar!

Tanzaufführung

Aufgeführt wird die Choreografie dann wahrscheinlich zum Termin des Frauen-Sportfests.

Das Programm ist beinahe fertig, die Deadline für die letzten Ideen ist auf Ende November 2021 gesetzt. Wer noch mit einer guten Sache als Veranstalterin teilnehmen möchte, darf sich im Kulturbüro der Stadt Herten oder bei unserer Gleichstellungsbeauftragten melden. Es wird wie immer kunterbunt gemischt sein mit Angeboten zu Kultur, Kunst, Wanderungen, Wellness & Sport, (politischer) Bildung und vielem mehr.

Die Frauenkulturtage finden immer März statt. Beginn ist der Weltfrauentag am 08.03.2022.

Philosophischer Rundgang

Urlaubstage kann man auch zu Hause kreativ bzw. kulturell begehen. Wenn man sich ein wenig umschaut, findet man gute Angebote oder kann selbst eine KulTour planen.


Ich habe ein Angebot der VHS Herten angenommen, einen Philosophischen Rundgang durch mein Heimatstädtchen Herten. Zusammen mit einigen Frauen und einem Mann wurden wir von Skulptur zu Skulptur durch die Innenstadt geführt. Selbstverständlich sind uns diese Kunstwerke bekannt, alltäglich bewegen wir uns an ihnen vorbei, sitzen in Sichtweite oder haben auch schon die ein oder andere Veranstaltung in direkter Umgebung mitgemacht.

Block auf die Frontseite des Rathauses in Herten, brauner backsteinähnliche Fassade, Fenster in drei Reihen, rechts der vorgezogenen Eingangsbereich mit der Wendeltreppe. Die Uhr geht seit Jahren falsch. Blauer Himmel mit ein pass Wolken, man kann den Sonnenschein sehen.
Rathaus der Stadt Herten / Frontansicht


Aber wenn man ehrlich ist, ist das eher beiläufig, kaum nimmt man sich die Zeit um sich die Skulpturen genauer anzusehen oder etwas über sie zu erfahren.
Leider sind auch nicht an allen Kunstwerken Tafeln angebracht, die Hinweise zur Künstler:in, dem Kunstwerk und der Wahl des Standortes nachzulesen wären.

Auch ist das Begehen in einer Gruppe und die aus der Sichtung der Kunstwerke entstehenden Gespräche eine weitere Bereicherung. Und genau darum ging es bei diesem Philosophischen Rundgang. Es entwickelten sich tolle Gespräche zu den Kunstwerken selbst, der Standortwahl, der Umgebung, der Integration im Stadtbild …

Auf der Schwelle zur Kunst

Wir starteten am Rathaus, wo auch schon die ersten beiden Kunstwerke platziert sind. Vor dem Rathaus selbst die Bodenflügel als Pforte in den Schloßpark. Und schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite, ein weiterer Bodenflügel als Pforte zur Fußgängerzone. Diese beiden Schwellen sind so errichtet worden, dass Fußgänger:innen eingeladen sind, darüber zu laufen. Diejenige vor dem Rathaus wird auch gerne als Skatelandschaft genutzt, was der Künstlerin entgegenkommt, jedoch von der Stadtverwaltung aus fehlenden Versicherungsgründen verboten ist.


Die zweite Schwelle ist mit einem Wasserspiel ausgestattet, was Fußgänger:innen eher abhält darüber zu gehen. Diese ist jedoch in den warmen Monaten immer hochfrequentiert von Kindern, die im und mit dem Wasser spielen und Abkühlung finden. Kunst zum Mitmachen.

Einweihung 14. Juni 2005
Dorothee Bielfeld (*1973) mit wbp Landschaftsarchitekten
Kurt-Schumacher-Straße
/ Otto-Wels-Platz

Schweinereien

In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Gruppe von Bronzeschweinen.

Sie stehen unter einem Baum, den des leider in der letzten zeit sehr in Mitleidenschaft gezogen hat und wahrscheinlich gefällt werden muss. Der Künstler selbst hatte die Idee, die Gruppierung der Schweine mit viel Bäumen zu ergänzen. In der Besucher:innegruppe ist die Hoffnung nun, dass dieses nach der Fällung des Baumes umgesetzt werden kann. Alle waren sich einig, dass Bäume das Stadtbild positiv ergänzen. Neben den Schweinen steht eine Bank zum Ausruhen. Bespielt werden die Schweine von Kindern nahezu jederzeit, auch das ist so gewollt.


Die Kulturführerin spricht noch die wilder Pflanzung der Baumscheibe an, dort wachsen tatsächlich Kohl, Tomaten, Kamille und andere, wilde Kräuter. Jedoch sehr ungepflegt, und leider auch sehr kahl. Was sicherlich auch der Trockenheit der letzten Sommer geschuldet ist.

Aufstellung 3. Mai 1990 
Peter Lehmann (1921-1995) 
Otto-Wels-Platz

Gemeinsamkeiten

Weiter geht es in die Innenstadt. Kurz vor dem Glashaus steht die Skulptur Miteinander. In den Edelstahlstehlen sind Bronzefiguren männlich und weiblich in eine Richtung stehend eingearbeitet. Jeweils 2 Etagen pro Stehle.

Im Vordergrund die Stehlen mit den Bronzeskulpturen des Monuments Miteinander. Die Stehlen sind aus Stahl,  die Bronzeskulptutren sind männliche und weibliche Körper im Quadrat gesetzt, je 4 Stück pro Reihe, das Ganze je 2 Mal. Im Hintergrund ein Teilausschnitt des Glashaus Herten, in dem sich die Bibliothek befindet sowie die Rotunde für Veranstaltungen
Miteinander

Die Bronzefiguren sollen einen Miteinander darstellen, auch wenn sie scheinbar bewegungslos dastehen. Das soll Denken und Assoziationen beim Betrachten hervorrufen und ist für viele Interpretationen offen …


Aufstellung 3. August 1999
Heinrich Brockmeier (*1938)
Hermannstraße/Ecke Jakobstraße

Klangspiel

Direkt hinter dem Glashaus, leider etwas versteckt, aus der „normalen“ Bewegungsroutine der Innenstadtbesucher:innen, liegt ein schöner Platz. Hier ist der Summstein verortet. Dieser fast 5 m hohe Stein hat 2 runde Aussparungen. Steckt man hier seinen Kopf hinein kann man das Summen des Steins hören.

Simmstein im Platz hinter dem Glashaus.
Summstein


Ein an sich wunderschönes Plätzchen in Herten, welches jedoch zu völligem Unrecht sehr niedrich frequentiert wird. Wir bemängelten hier vor allem, dass der Platz sehr verwahrlost ist, direkt hinter dem Kunstwerk befinden sich Mülltonnen, die dort nicht hingehören sollten. Ebenso ist der Platz im Allgemeinen sehr vermüllt.

Überfüllte Mülltonnen direkt hinter dem Kunstwerk Summstein
Mülltonnen hinter dem Kunstwerk sollten dort nicht stehen

wild ausgelegter Müll auf dem Platz hinter dem Glashaus
…vollgemüllt

Aufstellung 1994
Hugo Kükelhaus (1900–1984)
Innenhof des Glashauses (Hermannstraße 16/Jacobstraße)

Sankt Antonius und die Schweine

Wir gehen weiter zum nächsten Kunstwerk in der Hertener Innenstadt. Wieder treffen wir auf Bronzeschweine. Derselbe Künstler hat sich mehrfach verewigen können. Liebevolles Detail kann man erst ertasten, zum Teil gar nicht auf dem ersten Blick sichtbar sind in die Skulpturen eingearbeitete Herzen jeweils am rechten Ohr. Kunst zum Anfassen.

Eine Gruppe Teilnehmer:innen vor dem Denkmal Sankt Antonius, im Vordergrund eine kleine Schweineherde aus Bronze. Links eine Eisdiele mit Außenbestuhlung
Schweineherde vor Sankt Antonius
Im jeweils rechten Ohr der Bronezschweine hat der der Künstler ein Herz eingearbeitet, hier das Ohr mit dem Herzen zu sehen
Liebevolle Kunsterfahrung: Skulpturen zum Anfassen und Ertasten


Diese Schweinefamilie steht in unmittelbarer Nähe zum Antoniusdenkmal. Umgangssprachlich gerne „Schweinehirte“ genannt. Sankt Antonius gilt als Schutzpatron gegen Seuchen und Viehkrankheiten.

Aufstellung 1903
Wilhelm Bolte (1859-1941)
Kranzplatte

Aufstellung 9. September 2010
Ekkhard Arens (*1957)
Kranzplatte

Brunnen ohne Wasser

Wir begeben uns ein paar Schritte weiter. Dieser Brunnen hat sein Erscheinungsbild schon häufig gewechselt. Lediglich die Säule ist als Kunstwerk erhalten geblieben.

Brunnensäule
Brunnensäule

Aktuell wird hier aus gesundheitlichen Gründen auf Wasser verzichtet. Ich kennen die Brunnensäule noch mit mit einem einladenden Brunnen, in dem vor allem (auch meine) Kinder gerne gespielt haben.
(Dort wo jetzt ein Bäcker ansässig ist, habe ich vor Zeiten mal meine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau im Verkehrs- und Reisebüro Herten gemacht. Nach meinem IATA Diplom habe ich dort bis kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11.09.2001 gearbeitet … )

Aufstellung 5. September 1979
Waldemar Wien (1927-1994)
Ewaldstraße/Kranzplatte

Entlang der Ewaldstraße

Tiefer in den Süden der Ewaldstraße gelangen wir zu einer weiteren Brunnenlandschaft. Das Kunstwerk Lesender sitzt hier wie beiläufig auf dem Brunnenrand und ist vertieft in sein Buch.

Bronzeskulptur Lesender, das Kunstwerk stellt einen sitzende Mann dar, der in der linken hbf ein Buchhhält in dem er liest, die rechte Hand ist zum Kopf geführt. Er sitzt auf gepflastertem Wall.

Vielen Teilnehmerin:innen fällt vor allem auf, dass dieser Teil der Innenstadt verwahrloster und scheinbar sehr vernachlässig ist. Neben der Eisdiele Calamini, einem syrischen Obsthändler und dem Café Europa ist hier nur noch ein kleines Stadtteilbüro ansässig.

Menschengruppe vor dem Aktionsraum
Diskurs vor dem Stadtteilbüro


Auch rund um den Brunnen ist die Bepflanzung arg ungepflegt. Wir geraten in ein intensives Gespräch ob des Standortes, der Leere, Angstraum, was können wir selbst tun?

Tipp: Gegen den Müll gerne auch mal einen Müllpicker in die Hand nehmen. Da das Stadtteilbüro in unmittelbarer Nähe ist, auch gerne dort einmal hingehen und die Situation ansprechen. Aktuell ist mit dem Neustart Innenstadt ein Team ansässig, dass sich u.a. um die Wünsche, Bedürfnisse und Anregungen der Anwohner:innen und Besucher:innen kümmert.

Aufstellung 3. Dezember 1984
Heinrich Brockmeier (*1938)
Place d’Arras

Nun sollen wir zu dem letzten Standort unseres kleinen Exkurses kommen. Entlang des Pastoratsweg, der von der Ewaldstraße zum Marktplatz führt, kommen wir auch an dem Gebäude der Waldritter vorbei. Die Seiten und der Rückseite des Gebäudes, das die Waldritter vor einigen Jahren sanierten und u.a. mit der Ludothek bezogen haben, sind mit Murals verziert.

abstraktes Mural in Grautönen, es sind Wolken, Pflanzen und Steinböcke dargestellt, einziger Farbtupfer ein Kreis / Lollie, Ballon in Türkis
Ausschnitt aus dem Mural an der Seite des Gebäudes der Ludothek der Waldritter

Über den Markplatz gelangen wir an der Antoniuskirche vorbei zu deren Vorplatz. Dort steht die Skulptur Mädchen mit Taube. Aktuell sogar mit Maske …

Bronzestatue Mädchen mit Taube in der rechten Hand. hier wurde eine chirugische Maske umgebunden ... im Hintergrund Sträucher und Gebäude
Mädchen mit Taube und Maske

Entwurf 1986 /Auftragserteilung 1989/Aufstellung 1990
Annette Wittkamp-Fröhling (*1946)
Antoniusplatz/Ecke Antoniusstraße

Der Weg dorthin führte uns an den Gärten der Antoniusgemeinde vorbei. Hier haben Kinder und Jugendliche an unterschiedlichen Plätzen rund um die Kirche Bepflanzungen vorgenommen. Mal in den Baumscheiben, aber auch Paletten wurden für frisches Grün genutzt. Wir Teilnehme:innen des Rundganges haben dieses mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Eine tolle Idee.

In einer Nische seitlich der Sankt Antoniuskirche sind 2 Platten mit Pflanzen bepflanzt worden.
Gärten an der Antoniuskirche

Eine weitere Kunstaktion – auch wieder durch die Waldritter durchgeführt – und vom Stadtteilbüro mit Förderung umgesetzt, sind geschmückte Bäume. Diese konnten wir auf dem ganzen Weg durch die Innenstadt bestaunen.

Blick auf einen Baum mit an Seilen hängenden Vogelhäusern, im Hintergrund die Antoniuskirche
Häuschen am Baum an der St. Antoniuskirche
Baum inmitten des Pace d' Arras mit hängenden Beschmückung
Beleuchtung am Baum – Baumkunstwerk der Waldritter Place d‘ Arras

Der Abschluss der Rundganges wurde im Rathauscafé mit Gesprächen über das Gesehene bei Getränken und kulinarischem Beiwerk gehalten. Schön, dass das Wetter herrlich war, bei bestem Sonnenschein durften wir diesen Rundgang begehen und man konnte letztendlich noch etwas draußen sitzen.

Lerne deine Stadt kennen

Es ist eine interessante Neuerfahrung, die eigenen Heimatstadt mit einer anderen Sicht – hier auf die Kunstwerke – zu begehen. Tagtäglich gehen, hasten, wir durch sie hindurch ohne Blick auf die Kunst im Öffentlichen Raum.
Gerne bewegen wir uns in die Ferne, um Kulturreisen zu machen und Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Dabei vergessen wir, dass auch unsere Heimatstadt / Heimatstädte ebenso Sehenswertes darbieten.

Wenn ich nochmal kurz auf mein IATA Diplom zurückkommen darf: Diese weltweite Weiterbildung bildete damals (2000) ausschließlich zwei (2) touristische Sehenswürdigkeiten Deutschlands ab. Beide im Süden der Republik. Dabei hat Deutschland so viele Sehenswürdigkeiten und kulturelle Orte anzubieten. Besonders auch das Ruhrgebiet mit der Industriekultur, aber auch anderer Landmarken und Kunst im Öffentlichen Raum. Ich hoffe sehr, dass das Schulungsmaterial ausgiebiger und der Anspruch auf Vielfalt der IATA in den letzten Jahren etwas wichtiger geworden ist.

Lasst euch auch inspirieren vom Angebot der Stadt Herten, diese und weitere Kunst im Öffentlichen Raum zu entdecken. Ich habe jetzt auf jeden Fall richtig Bock, selbst als KulTourbegleiterin zu agieren. Wer mag, darf sich gerne melden. Ob als Gast oder als Veranstalter:in: ich bin bereit.