Wahre Liebe – von Buchstaben

Sie sind alle unterschiedlich, es gibt dicke, dünne, schmale, hohe, gedrungene, ausladende, große, kleine. Und doch sind alle gleich:
Sie sprechen mit uns. Sie erzählen Geschichten. Sie haben Geschichte geschrieben. Ägypter, Phönizier, Römer, Karolinger …
Sie sind zauberhaft, geheimnisvoll und doch alles-sagend. Sogar wenn sie gar nicht da sind, sagen sie etwas aus.
Buchstaben.
Lettern.
Dufte Typen.

Ich liebe sie. Ihre Formen, ihre Vielfalt. Ihren Anmut.

Nimm eine Serifenschrift, z.B. die Times. Eine gerade Linie aufwärts. Verdickt abwärts. Sanfte Kurven in den Serifen. Von Nahem betrachtet eine schöne Schrift.

Ich bevorzuge jedoch serifenlose Schriften. Klare Linien, einheitliche Strichstärke, Eleganz. Die Gill Sans. Eine serifenlose Linear-Antiqua, zwischen 1928 und 1930 von Eric Gill entworfen. Für mich ist sie einfach nur schön.

Mein liebster Buchstabe ist das kleine g. Verspielte Bögen, die jedoch rein geometrisch erstellt sind. Nimm dir eine Lupe und verliebe dich! Schöne Rundungen, schlank und anmutig.

Buchstaben sind mehr als Zeichen. Wie filigrane Schmetterlinge fliegen sie über das Blatt Papier/den Monitor. Heben und senken ihre Flügel, setzen Worte, Sätze und ganz Abschnitte. Kapitel und Bücher entstehen. Was liest du gerade? Schau dir die Schrift an. Passt die benutze Schrift zur Stimmung des Buches oder Textes? Wie empfindest du die einzelnen Buchstaben? Sind es nicht richtige Kunstwerke? Funktionell und schön zugleich. Strich für Strich, mit oder ohne Füßchen, Rundungen, gerade Linien …

Punze. Was für ein toller Name. Punze ist die Bezeichnung für Buchstabeninnenräume. Kaum ein Buchstabe hat keine Punze. Sie sind wichtig. Sie halten den Buchstaben zusammen, wie die Löcher den Käse.

Wie sagt man so schön? „Bilder sagen mehr als tausend Worte.“ Worte rufen Bilder hervor. Was siehst du, wenn du das Wort „Zucker“ liest? Schmeckt es schon süß auf deiner Zunge? Siehst du die Kristalle glitzern? Und wie schmeckt dein Kaffee? Na, Appetit?
Semantische Typografie. Zeichen setzen. Worte finden.

Ich liebe sie alle. Die Arial, die Bauhaus, die Century Gothic, Courier, Didot, Garamond, Helvetica, Lucida, Myriad, Optima, Verdana …
Wahre Liebe, die mich ständig begleitet.

„Jedes Wort ist wie ein Kunstwerk und als solches einem lebenden Organismus ähnlich. Der einzelne Buchstabe trägt den Formwillen des Ganzen in sich, so wie jede einzelne Zelle um den Plan des Ganzen weiß. Der einzelne Buchstabe ist also Teil des gesamten Kunstwerkes und muss selbst sein wie dieses.“ Johannes Boehland, deutscher Maler und Grafiker.

In diesem Sinne: das Wort lebt!

Buchempfehlungen zur Typografie:

  • Die kleine Serifee: Eine märchenhafte Reise durch die Welt der Buchstaben. Hier lernt der Leser Schriften kennen und lieben. Auf der Suche nach dem verlorenen Flügel durchquert die kleine Serifee den Garamond-Wald, Futura-City und andere grafische Inszenierungen. Ab 8 Jahre, aber durchaus für ältere lesenswert.
    Renè Siegfried
    ISBN 978-3874396981
    Verlag Hermann Schmidt Mainz
    14,80 Euro

  • Zeichen setzen. Satzwissen und Typoregeln für Textgestalter
    Ralf Herrmann
    mitp
    ISBN 3-8266-1572-7
    22,95 Euro

  • Typografie kompakt. Vom richtigen Umgang mit Schrift am Computer.
    Geschichte, Einsatz, Tastaturbelegung unter Windows und Mac OS X.
    Max Bollwage
    x.media.press
    springer
    ISBN 3-540-22376-2
    22,95 Euro

(Ursprünglicher Beitrag vom 17.10.2013 auf Beschäftigungstherapie)

VHS Kurs WordPress

Aktuell findet der Workshop Bloggen Hertene auf Nachfrage online statt. Mindesteilnehmer:innzahl 2. Bitte anfragen unter manuelapotthast@kulturcontainer.de

Im Computerraum der VHS Herten / Bild von Maresa Kallmeier

Wir werden die Zoom eine Einführung in WordPress erarbeiten. Zugänge für vorab Angemeldete werden erstellt. Lesen könnt ihr uns unter Hertene

Vielen Dank für dein Interesse!

Frauenkulturtage Herten

In diesem Jahr finden die Frauenkulturtage unter besonderen Bedingungen statt. Nachdem Corona uns nun gut ein Jahr – vor allem auch im Kulturbereich – sehr stark einschränkt, wollen wir dennoch nicht darauf verzichten. Schon im letzten Jahr sind die meisten, lange Zeit voraus geplanten, Veranstaltungen abgesagt worden. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, möglichst viele Programmpunkt digital stattfinden zu lassen, sollte eine Präsenz nicht möglich sein. So sieht es auch aktuell aus. Die Beschränkungen betreffen, berechtigt, auch die Veranstaltungen der Frauenkulturtage in Herten.

Wir starten digital.

Leselust und Lesefrust

Wie bereits angekündigt, ist das KreativQuartier Herten auch mit einem Beitrag dabei. Die kreative Schreiberin Claudia Heinrichs, die schon mit der Schreibwerkstatt einige Texte vorgetragen hat, hat das Hörspiel geschrieben. Mit Akteurinnen aus dem KreativQuartier Herten und einem männlichen Part, wird eine Geschichte erzählt, wie sie sich in Herten hat zutragen können.

Wir veröffentlichen das Hörspiel am Sonntag, den 21.03.2021 in einem Zoom-Meeting. Start ist um 11.00 Uhr. Der Link wird per E-Mail nach Voranmeldung versendet. Interessierte melden sich bitte unter manuelapotthast@kulturcontainer.de oder telefonisch unter 02366 58 96 800 oder per WhatsApp 0157 55 82 03 27

Wir freuen uns auf euch!

Weitere interessante Veranstaltungen sind im hinterlegten PDF zu buchen.
Viel Spaß bei den Hertener Frauenkulturtagen 2021

Programm Frauenkulturtage 2021

Schreibst du noch oder erzeugst du schon Bilder?

Wer viel mit Worten bewegen möchte, sei es, um einen vielbesuchten, lesenswerten Artikel im Blog oder eine Produktbeschreibung, Rezension oder auch „nur“ einen einfachen Kommentar schreiben zu wollen, darf ruhig mal auf seine Wortwahl achten. Lange, verzwickte, mit vielen Kommata und Verschachtelungen versehene Sätze, wie dieser, der als schlechtes Beispiel dient, sind nicht lesefreundlich und verwirren eher, statt zum Lesen zu animieren. Kurze, prägnante Sätze sind besser. Neben Keywords für die Suchmaschinenoptimierung gibt es Schlüsselworte, die bei dem Leser Bilder erzeugen. Hier geht es nicht (nur) um eine höfliche Wortwahl, sondern um die bewußte Nutzung von nachweislich positiv behafteten Worten. Es gibt zahlreiche Studien zu Wortassoziationen, negativen und positiven Ausdrücken und Worten, die Bilder entstehen lassen. Ein paar Beispiele: Anerkennung, beflügeln, danke schön, einladen, entdecken, kraftvoll, sattelfest, sparen, zusammen …

Denke positiv

Ebenso gibt es natürlich negative Begriffe, die man nicht verwenden sollte. Eine von Natur aus negative Aussage positiv zu gestalten ist eine Herausforderung, der man sich ruhig mal stellen darf. So sprechen wir viel zu oft von Problemen und nicht von den Möglichkeiten, etwas zu verbessern, über die Ausbaufähigkeit des Projektes, über Potenziale, die dort noch schlummern und genutzt werden können.  Zum Beispiel hat dein Geschäft an einem Tag verkürzte Öffnungszeiten, was schreiben wir? – Wir schließen heute um 12 Uhr. Warum? Warum nicht „Wir haben heute für Sie bis 12 Uhr geöffnet„? Zum einen wird eine Person (Sie) angesprochen und somit einbezogen und zum anderen gibt es hier eine eindeutige Positivaussage. Ist doch gar nicht so schlecht. Besser: ist doch toll!

Positive Worte werden mit Erfahrungen, Erlebten verbunden, negative ebenso. Unsere Gehirne haben Vernetzungen aufgebaut. Gerüche, Bilder, Worte, Orte, Farben, Musik – alles um uns herum wurde und wird gespeichert und mit Hilfe dieser Schlüssel (-bilder, erlebnisse, -gerüche …) abgerufen. Das hilft uns in allem, was wir tun und machen. Und darf auch ruhig genutzt werden. Mit Worten kann man beleidigen, das ist nicht schwer. Man kann mit Worten aber auch erfolgsversprechende Ergebnisse erzielen. Manipulation? Natürlich! Ein netter Gruß an den Nachbarn, den Kollegen, die Kioskbesitzerin zaubert ein Lächeln auf deren Gesichtern. Ist das verwerflich?

Do you know what I mean?

Heute wird ganz viel mit Fremdwörtern, Fachbegriffen  und Abkürzungen geredet und geschreiben. Das sagte letztens der (Deutsch-)Lehrer meines Sohnes, dass bald die ZP anstehen. Nun wusste ich aus den Erzählungen meiner Kinder schon von dessen PT und konnte mit ein paar Gedankenwirrungen erraten, was der Lehrer meinte: ZP = Zentrale Abschlußprüfungen. (PT heißt persönliche Tasse). Gut. Ist ja nicht schlecht, wenn man sein Hirn mal ein bisschen trainiert, aber ich hatte Vorkenntnisse, die vielleicht andere Gesprächsteilnehmer nicht hatten. Vielleicht wissen die bis heute nicht, was auf ihre Kinder zukommt …
Wenn man also nicht unbedingt immer mit einem Abkürzungs-Wörterbuch herumlaufen möchte, sollte man entweder alle Abkürzungen auswendig kennen, oder das Gegenüber darauf verzichten. Das kann auch ganz peinlich sein. Wenn man nämlich was ganz anderes dahinter erwartet hat, reden die Gesprächsteilnehmer aneinander vorbei. Bei Fachbegriffen, die man den Mann oder die Frau bringt, ist es ähnlich. WYSIWYG – für Internetmacher ein eindeutiger Ausdruck (eher eine lange Abkürzung), für Unbedarfte – dein Kunde z.B. – der reine Wahnsinn. Es ist toll, wenn man seine Fachbegriffe beherrscht, weiß, wovon man redet. Einen Text allerding mit Fremdwörtern zu spicken, die der Leser erst übersetzen muss, ist nicht hilfreich. Ich möchte hier nicht andeuten, dass ich den/die Leser für dumm erkläre. Wenn du z.B. deine Steuerklärung machen musst, oder irgend ein anderes, behördliches Formular ausfüllen darfst, sind dir manche Formulierungen nicht sofort schlüssig. Das liegt sicher nicht an deiner noch ausbaufähigen Bildung (also an deinem fehlenden Wissen), sondern daran, dass diese Begrifflichkeiten und Formulierungen nicht zu unserem Standard-Sprachgebrauch gehören. Nun haben Behörden es nicht nötig, ihre Benutzerfreundlichkeit, entschuldigung, Lesefreundlichkeit, zu verbessern, sie werden auch nie einen Preis für gute Texte gewinnen. Aber du hast den Anspruch, dass deine Leser, deine Kunden, die Empfänger deiner Mitteilungen, dich verstehen. Mit Worten spielen, Beziehungen aufbauen, Verknüpfungen hervorholen und enstehen lassen. Sprich nicht von gutem Wetter, sondern von strahlendem Sonnenschein bei hellblauem Himmel!  Wäre doch schön, wenn dein nächster Steuerbescheid mit den Worten „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Sie mit 1.269 Euro Steuern die Projekte des Bundesregierung unterstützen können“ … Okay, das wird nie passieren, würde deinen Bescheid aber viel netter gestalten. Und du wärst nicht gleich so überrascht, dass du doch mehr verdient hast, als du vor der Steuererklärung noch dachtest.

High Technology

Beschreibe mal dein Auto, als würdest du eine Werbeanzeige schalten wollen. Was, denkst du, ist deinem potenziellen Kunden wichtig? 250 PS, 3l, Direkteinspritzung, 16 V, mittelgroße Maschine – hääääää? Ich als absolut Technik resistente Frau verstehe gar nichts.  Cooler Flitzer für viel Aufsehen – das kann ich verstehen und wäre auch interessiert. Okay, du willst dein Auto nicht an mich verkaufen, sondern an meinen Mann, dem Technik-Freak? Tut mir leid, ich habe ein Mitspracherecht und bin – wäre ich Hausfrau – diejenige, die am häuftigsten mit deiner Werbung konfrontiert wäre. Wie, bitte schön, soll ich meinen Mann erzählen, dass ich da ein richtig geiles Auto gesehen habe? Verstehst du? Würde mein Mann deine Werbung sehen, würde er es auch mit anderen Worte an mich transportieren, nämlich, dass ich schnell damit in den Urlaub komme, der Kofferraum riesig ist, für tolle Shopping-Touren und meine Mädels und ich mal richtig aufdrehen könnten. BOAR! Und schon sind wir drei zufrieden. Du, mein Mann und ich. Klasse, so einfach macht man Menschen glücklich.

Was nicht bedeutet, dass technische Einzelheiten nicht aufgeführt werden dürfen. Doch, aber an anderer Stelle, gekennzeichent als solche. Der Haupttext befasst sich nur mit Komplimenten an den Leser.

Spiele mit Worten, erstelle dir eine positiv-negativ Liste. Was macht dich froh, verbreitet Freude, bringt Licht ins Dunkle? Wie kann man grün, rot, gelb umschrieben? Die rote Ampel, an der du stehen bleiben musstest. War da nicht deine Traumfrau, die über die Straße ging? Lasse Bilder entstehen. Bringe Schokolade mit Worten zum Schmelzen, musiziere mit Text.

Sicherlich manches Mal eine echte Herausforderung, die dann absolut gute Erfahrungen einbringen.

In diesem Sinne: viel Erfolg.

Lesenswert ist auch dieses PDF Besser schreiben von Aurel Gergey.

(Überarbeiteter Text, Erstveröffentlichung 14.01.2006 auf www.beschäftigungs-therapie.de)

Lustiges Hörspiel

In diesem Jahr werden die Frauenkulturtage in Herten etwas anders ausfallen als sonst. Im letzten Jahr sind sie leider Corona bedingt komplett ausgefallen, da kurz vor Beginn hier die ersten Einschränkungen aufkamen. Für dieses Jahr sind aber digitale Lösungen erdacht worden.


Die VHS bzw. das Kulturbüro der Stadt Herten hat sogar einen YouTube Kanal erstellt, der mit kulturellen Veranstaltungen bespielt wird. Hier dürfte dann auch das ein oder andere aus den Frauenkulturtagen zu finden sein.

Zusammen mit einer lieben Freundin, die die Geschichte auch schrieb, werden wir ein Lustiges Hörspiel aufnehmen und in die weite Welt tragen. Evtl. wird daraus eine Live-Veranstaltung via Zoom. Oder aber, wir werden es „nur“ als Audiodatei veröffentlichen. Das entscheidet sich in den nächsten Tage, an denen wir das Hörspiel proben werden …

Die drei K

Als meine beiden Kinder noch ganz klein waren, waren wir in einer Krabbelgruppe. Eine Mutter, religiös, erzählt einmal von den drei K. Was damit gemeint ist: Küche, Kinder, Kirche.
Mir war bis dahin nicht bekannt, dass die Gesellschaft diese 3 K als wichtig für eine Frau befindet. Siehe hier Wikipedida-Artikel. Meine Bekannte belächelte es ein wenig. Mich hat es jedoch bis jetzt beschäftigt. Denn es macht mich fassungslos, dass die Rolle der Frau gesellschaftlich bis die Mitte des letzten Jahrhunderts so dermaßen konservativ geprägt war, und es leider teilweise heute noch so ist …

Die drei K der heutigen Mutter sehen jedoch etwas anders aus. Und hier knüpfe ich an einen alten Artikel an, den ich einmal auf einem anderen Blog veröffentlicht habe.


Meine drei K handeln von Kindern, Kaos (ja, es wird richtig Chaos geschrieben) und Kompromisse.

Lange Jahre war ich alleinerziehend. Mit zwei kleinen Kindern – anfangs noch beide im Kindergarten, bzw. durfte die Jüngere sogar früher* aufgenommen werden – und einer Weiterbildung um das eigenen Fortkommen und eine finanzielle Unabhängigkeit zu generieren, war es nicht immer die einfachste Sache.

Warum Kinder, Kaos und Kompromisse? Weil man, wenn man alleine für seine Kinder sorgt, alleine für sie verantwortlich ist und alleine mit allem Drumherum klarkommen muss, schon mal Kaos aufkommt, Kompromisse gemacht werden müssen und es den Kindern an nichts fehlen sollte.

Und ganz genau ist das die Herausforderung!
Da hat sich bis heute leider nichts geändert. Das ist sehr schlimm. Denn gerade alleinerziehende Eltern brauchen Unterstützung. Keine Bevormundung, sondern Assistenz, die ankommt, wo sie benötigt wird.

Zu unserem Unglück kam noch, dass meine Mutter früh verstorben ist, was bedeutete, dass wir nie in den Genuss kamen, dass Oma mal die Kinder nimmt, wenn „was ansteht“. Ungünstige Grundvoraussetzungen. Aber lösbar.

In dieser wöchentlichen Kolumne möchte ich auf die Herausforderungen eingehen, die man als Alleinerziehende (plural) hat. Aber auch das Leben in einer Familie mit zwei Elternteilen ist nicht immer mit Freuden zu geniessen. Vor allem die aktuellen Situation mit Corona, Schulpflicht, geschlossenen Schulen und Tageseinrichtungen, homeschooling etc. setzen Familien vor Anforderungen, die so noch nicht dagesessen sind.

Somit darf ich die Kolumne nächsten Montag dann mit einem ersten Beitrag wirklich starten und freue mich, wenn die Kinder oder der Andere konstruktiv eigene Erfahrungen. mitteilen möchte.

*früher: Als meine Kinder im Kindergarten waren, gab es noch keine U3 Gruppen oder U3 Kinder. Der Zugang zum Kindergarten war erst mit 3 Jahren möglich. Da ich Alleinerziehend und in Ausbildung war und eine sehr, sehr liebe und verständnisvolle Kindergartenleiterin hatte, durfte meine Tochter schon ein paar Tage vor ihrem 3. Geburtstag zu ihrem älteren Bruder in den Kindergarten.

Sonntagspoesie

Heue habe ich zwar etwas anderes, für meine persönliche Entwicklung, wichtigeres zu tun, aber irgendwie habe ich ein paar Worte im Kopf, die raus müssen. So denn …

Sehnsucht

Meine Gedanken
wandern.
Zu dir.
Hin und her.
Sie sind auf der Suche.
Nach Glück.
Nach Leidenschaft.
Ohne Reue.


Sie gleiten weiter.
Malen Geschichten.
Bilder.
Zukunftsaussichten.
Brechen ab.

Kommen zu mir zurück.
Legen sich
in meinen Nacken.
Verursachen Schmerz.

Bitterkeit.
Denn
sie kennen dich.
Ich
nicht.

———————————–

Strahlen

Dunkle Spitzen.
Stechen ins Herz.
Schmerzen
überall.

Dein Hass
ist gegenwärtig.
Widerwärtig.
Tief.

Versucht in mich zu dringen.
Mich zu vergiften.
Mit der Jauche
deines Denkens.

Aber
ich habe gelernt.
Bin vorbereitet.
Lasse mich nicht bezwingen.
Bin gewappnet.

Die Strahlen
deiner verzweifelten Seele.
Wie Stacheln
die verletzen.
Treffen mich nicht.

Nicht mehr.
Denn jetzt beginnt
eine neue Zeit.
Heilung.
Hoffnung.
Zukunft.
Strahlen.

Toleranz

und Grenzen.

Heute ist ein sehr seltsamer Tag. Eigentlich mag ich Montage. Sie stehen für mich für Neubeginn, eine neue Woche, neue Möglichkeiten.
Ich habe ausgiebig geschlafen, habe einen sicheren Job, diese Woche Frühschicht, so dass ich im Hellen Feierabend habe und nicht zu früh auf muss. Hatte heute nur nette Gespräche, konnte Vieles erledigen und gut lösen. War zu Feierabend nicht kaputt, wie sonst oft.
Dennoch habe ich heute irgendwie Novemberblues oder so … Ärgere mich über diese Rechten, diese Dummen, diese Leute, denen Solidarität gar nichts bedeutet. Über Egoismus, Uneinsichtigkeit, über Vergleiche mit Anne Frank.

Heute ist ist internationaler Tag der Toleranz. Sorry, heute bin ich nicht tolerant. Heute könnte ich – gegen meine Art – schlimme Worte finden, für diese Menschen, die anderen nur das Leben schwer machen. Die mit dem Leben anderer spielen. Die hassen. Die sich zusammenrotten, um anderen bewusst zu schaden.

Scheiße, wir alle konnten unsere Geburtstage, Ostern, Ramadan, Diwali nicht richtig feiern! Wir haben verzichtet, haben uns an Regeln gehalten, um die Gesellschaft zu schützen. Ich verachte euch! Ihr seid nichts als bemitleidenswerte Egoisten. Alles was ich euch wünsche ist ein Fünkchen Anstand. Solidarität – das, wovon auch ihr profitiert. Startet doch mal euer Betriebsystem neu, nehmt die Aluhüte ab und willkommen in der Realität.

Heute überkommt mich eine Traurigkeit, die ich sonst nicht kenne. Mich nerven diese Leute, die wegen eines Stück Tuch vor Mund und Nase, sind sie überhaupt in der Lage, es richtig zu tragen, einen Aufstand machen, so extrem. Ich kann es nicht verstehen, wie man einen Virus leugnen kann?!
Schon bei den Wutbürgern, bei den Besorgten, frage ich mich manchmal, ob die überhaupt in der Schule waren. Oder ging da so ein Rauschen einfach an denen vorbei? Anders kann ich es mir nicht erklären.

Heute habe ich jedoch richtig Bock einen Podcast zu starten. Mit dem netten Herrn von gegenüber oder der erfahrenden Frau aus der entfernten Stadt. Egal, einfach mit netten Menschen reden, Über Gott und die Welt, über das Wetter, das Klima, Ängste und Hoffnungen. Good vibes. Etwas Miteinander, das Gespräch an der Straßenecke, das man zur Zeit nicht hält, weil man auf Kontakte verzichtet. Nicht, um Geld oder Ruhm zu ernten. Nur so zum Zeitvertreib. Kann inhaltlich wertvoll sein, kann Witziges enthalten, darf Spaß machen, darf dazu beitragen, sich Luft zu machen.

Wir können über Kunst reden, über Kultur, über geschlossenen Museen und lange Wanderungen, tolle Fahrradtouren. Über ein Buch, das wir gerade gelesen haben oder über ein Ereignis, was uns beschäftigt. Über gutes Essen und schlechtes. Meinetwegen über Rosenkohl und – wie heißen diese Dinger – Pinkel? Über Veganismus und Fleischlüste. Das beste Barbequerezept und Omas leckerster Torte. Über Katzen, Hunde, Mäuse und Eidechsen. Der Sinnhaftigkeit vom Tragen von Aluminium und der damit bedingten Gefahr Alzheimer zu bekommen. Ich schweife ab …

Ich habe richtig Lust mir jemanden, oder auch wechselnd, über all diese alltäglichen Dinge zu reden. Mir andere Meinungen anzuhören, zu diskutieren, lachen, nachdenklich machen, sollte jemand zuhören.

Ich möchte dich einladen, mitzumachen. Ich habe da schon ein paar Wunschkandidat:innen. Aber ich mache das nur mit Leuten aus meiner Twitterblase, bei denen ich ein wenig Einblick habe, dass sie nicht total durchgeknallt sind, oder zumindest auf einer positiven Art.

Was meinst du? Kannst du dir das vorstellen? Dann darfst du mich gerne via Twitter DM oder einer E-Mail kontaktieren. Freue mich auf dich.
Der Podcast soll Hausfrauenkunst heißen. Aus Gründen.
Vielen Dank!

Achso, meine Interessen sind: Kunst & Kultur, Gestaltung, Typografie, Musik, Fahrradfahren, Fussball (auch Männerfussball), Feminismus, Optionen für fehlgeschlagene Alternativen, malen, zeichnen, Aquarelle, lesen, Bücher & Wissen, Naturschutz, Tierschutz, fckafd, fcknazis, gendergerechte Sprache, Menschenrecht, Politik in Maßen, Katzen, Tiervideos, Toleranz, unsere Erde. Und mehr.


My interest is in the future because I am going to spend the rest of my life there. Charles Kettering

Wo gehen die Wolken schlafen?

Wo gehen die Wolken schlafen? 

Am Himmel ziehen sie dahin. 

Weiß oder grau, hell oder bedrohlich dunkel. 

Es gibt Kleine, Mittlere und Große. 

Und Gewaltige. 

Manche sehen aus wie Schäfchen. 

Manche verlieren sich, lösen sich auf ins Nichts. 

Andere sehen aus wie Autos. 

Manche werden größer. 

Andere tun sich zusammen. 

Bei manchen mag man denken, sie stehen still am Himmel. 

Andere scheinen zu rasen.  

Der Wind läßt sie fliegen. 

Die Sonne läßt sie leuchten. 

Manchmal läßt sie sich auch von ihnen verstecken. 

Dann sind die Menschen traurig. 

Aber wohin gehen die Wolken zum Schlafen? 

Sie arbeiten Tag und Nacht. Unaufhörlich ziehen sie ihren Weg am Himmel entlang. Egal, ob es hell ist oder dunkel. 

Aber an manchen Tagen ist der Himmel wolkenleer. Dann haben sie sich zurück gezogen. Wir haben nicht aufgepasst, ob es gen Süden ging oder in westliche Richtung. Ob nach oben oder nach unten.

Still und heimlich sind sie verschwunden. Als hätten sie sich aufgelöst …

„Wohin gehen die Wolken schlafen?“ fragt mich Pippa. Wir sind bei herrlichem Sommerwetter im Garten, essen Torte und trinken Tee. Pippa liegt neben mir auf der bunten Decke auf der Wiese und schaut in den Himmel. Keine einzige Wolke zu sehen. Nur die Sonne lächelt uns an. Es scheint, als würde sie uns zuzwinkern. Da kommt ein kleiner Marienkäfer angeflogen. Er setzt sich auf Pippas Nase und kitzelt sie. Leise flüstert sie ihm zu: „Weißt du, wohin die Wolken zum Schlafen gehen?.“ Der Marienkäfer schüttelt den Kopf. „Ich frage meinen Freund, den Maikäfer. Der ist groß und alt und hat schon viel erlebt. Wenn das einer weiß, dann er.“ und fliegt davon. Ameisen machen sich über unsere Tortenkrümel her. Pippa freut sich immer, wenn sie ihnen etwas übrig lassen kann. Fleißig und routiniert transportieren sie die winzigen Krümel weg. „Könnt ihr mir sagen, wo die Wolken schlafen gehen?” Kurz halten die Ameisen inne. Eine antwortet ihr, dass sie es auch nicht wüßten. Aber sie sind auch immer so beschäftigt und gucken zu selten in den Himmel, um mitzubekommen, wohin die Wolken ziehen. Sie freuen sich nur, wenn es nicht regnet. Denn Regen stört bei der täglichen Arbeit draußen. Dann ist alles naß und rutschig und manchmal wird man auch weggeschwemmt. Da bleiben sie lieber zu Hause. 

Dann gehen sie weiter und schon bald sind alle Krümel verschwunden. 

Der kleine Marienkäfer kommt zurück. Er setzt sich wieder auf Pippas Nase und erzählt ganz aufgeregt, was er erfahren hat. „Der alte Maikäfer sagt, dass die Wolken in ihr Himmelreich ziehen. Sie haben es dort ruhig und der Wind kann sie nicht jagen. So können sie sich etwas ausruhen.“ Pippa freut sich und bedankt sich bei dem Marienkäfer. „Sag`dem Maikäfer schönen Dank von mir!“ ruft sie ihm hinterher, als er sich wieder auf den Weg macht. 

Plötzlich trifft uns ein nasser Tropfen. Da, noch einer. Mitten ins Gesicht. Plätsch. Und noch einer. Wir gucken in den Himmel. „Schau, da sind sie wieder!“ freut sich Pippa. Wir packen unsere Sachen ein und gehen ans Haus. Unter dem Vordach setzen wir uns auf eine Bank und sehen dem warmen Sommerregen zu. Es plätschert. Das Gras glänzt. Von den Blättern fallen Tropfen auf den Boden. Die Natur freut sich, dass es etwas zu trinken gibt. Ein Bienchen schwirrt zu uns herüber unters Dach. „Weißt du, wo die Wolken schlafen gehen?“ fragt Pippa das Bienchen. Die summt leise vor sich her. Dann kommt sie ganz nah zu uns und sagt:„Wenn sie müde sind, schleichen sie sich heimlich in ihr Wolkenreich. Dort ist es ruhig und der Wind kann sie nicht jagen. So können sie sich etwas ausruhen.“ Pippa nicht anerkennend. 

Es hat aufgehört zu regen. Das Bienchen winkt uns noch mit einem Flügelchen zu und fliegt zu einem nahe gelegenen Blumenfeld. Frische umgibt uns. Der Boden scheint zu dampfen. Ganz langsam ziehen letzte Wölkchen weg. „Schau, sie ziehen in ihr Himmelreich. Dort ist es ruhig und der Wind kann sie nicht jagen. So können sie sich etwas ausruhen.“ sagt Pippa zu mir und freut sich. 

Entstanden für die Schreibwerkstatt Herten am 24.11.2018 zum Jubiläum.

Kunst auf Wunsch

Für einen lieben Bekannten und seiner ebenso lieben Verlobten durfte ich zur Hochzeit ein Bild malen. Es sollte in der Kirche den Weg weisen. Mit dem, wie ich finde, sehr schönen Hinweis, dass aus zwei Familien mit der Hochzeit eine Familie wird.

Mein Lieblingsfeuerwehrmann und seine nun Angetraute haben sogar ein Familienwappen. Dieses ist in das Bild integriert.
Die beiden wünschten sich einen Kranz aus Wildblumen, passend zur Hochzeitsdekoration.

Ich finde der Kranz ist ein schönes Symbol für die Ehe. Rund, unendlich. Es wächst und blüht.

Dem Brautpaar wünsche ich alles Glück der Erde für ihren gemeinsamen Weg.
Im Vorgespräch zu meiner Hochzeit sagte der Pfarrer, dass der Tag der Hochzeitsfeier nicht der schönste Tag im Leben sein solle. Das implementiert im Grunde, dass alle kommenden Tage nicht mehr so schön werden.

Mit diesem Gedanken – dass eben noch viele, viele schönere Tage folgen sollen – übergab ich dem Brautpaar mein Bild.

personalisiertes Bild Aquarell mit bunten Wildblumen zur kirchlichen Trauung
Aquarell Blumenkranz zur kirchlichen Trauung

Es war eine sehr schöne kirchliche Trauung und ich bin dankbar, dass ich einen ganz kleinen Teil dazu beitragen durfte!

Bilder ähnlicher Art kann ich auf Wunsch und personalisiert gerne auch für andere Gelegenheiten anfertigen. Fragt gerne mal nach.